Als ich vor zwei Jahren schon einmal hier war, hatte ich gerade vorher in einem anderen Lokal gespeist. Deshalb blieb es nur bei Café, leckeren Natas und einem festen Vorsatz: wenn ich das nächste Mal herkäme, müssen wir alles andere probieren. Und endlich, vor zwei Wochen war es so weit. 

  „WELCOME BACK“

Wenn man die Casa Olala betritt, findet man eine Kombination aus Bistro und Feinkostgeschäft in einem. Zur linken die große Theke, welche einerseits mit einer großzügigen, wöchentlich wechselnden Auswahl Tapas gefüllt ist, zur rechten eine feine Auslage an Käsen, Schinken und portugiesischen Gebäcken. 

Keine Frage: das Dargebotene macht Appetit und man weiß nicht, wofür man sich entscheiden soll. Deshalb probierten wir einfach mal etwas von allem. 

In der Kategorie Sandes konnte man neben Rührei & Omelette, einer Tagessuppe, Tortillas oder einem Salatteller auch zwischen nach Wahl belegten Brötchen, Focaccia oder einem Croissant wählen. Wir bestellten letztere in der Variante mit Chorizo, Manchego und frischen Tomaten.

Nota bene: bei portugiesischen Croissants wird im Gegensatz zumrfranzösischen Version Brioche- anstelle von Blätterteig verwendet. Das erklärt, warum sie stets so goldgelb appetitlich aussehen – aber auch, warum sie nicht so fluffig-buttrig schmecken wie der hierzulande beliebte Klassiker.

So blieb das frisch getoastete Croissant für meinen Geschmack zu trocken, sodass der Geschmack des Belags trotz der frischen Tomate und dem würzigen Chorzio vom dominanteren Teig überlagert wurde.

Wir gingen davon aus, dass dies in der Kategorie der Tostas Mista anders verlaufen würde, da hier das Verhältnis von Brot & Belag ausgeglichener war.  Und tatsächlich: Die uns empfohlene Variante Paula mit Serrano und Ziegenkäse wusste zu gefallen.  Aber auch hier fehlte etwas von dem, was wir an guten Toasts so sehr lieben: die einfache, aber unschlagbare Ehe von Brot & Butter.

Denn was gibt es Besseres, als ein frisches, mit Butter belegtes Toast? Umgekehrt wie schön, wenn das grundsolide Sandwich noch einen Außenanstrich vom gelben Gold abbekommen hätte? Etwas, das man von anderen Casas typischerweise kennt – und gewiss auch hier auf Nachfrage bekäme. Also case closed.  

„HUT AB VOR DIESEN TAPAS“

Kommen wir jetzt zu dem Grund, weshalb ich bald wieder hierherkommen werde und auch ihr dieses Lokal besuchen müsst: die Tapas. Derer fünf  sollten es sein – und im Nachhinein hätte ich doch die ganze Theke verschlungen.

Wir entschieden uns für den mittleren Tapas-Teller und folgten dabei gänzlich den Empfehlungen des sehr herzlichen Inhabers, der uns auch verriet, dass hier traditionelle Tapas-Gerichte angeboten, hier und und dort aber auch eigene Twists eingebaut würden.

Beispiel Paella: eine Hauskreation mit zartestem Entenbrustfleisch. Sehr gelungen. Und was folgte, sollte den kulinarischen Höhenflug gar noch steigern. Diese Tortilla-Variante mit Zucchini sind ein Musterbeispiel, wie Kartoffeln, Ei und Beilage in einem spanischen Omelett kombiniert werden müssen.

Das in einer pikanten Tomatensauce servierte Muschelfleisch – zum Niederknien. Der andalusische Spinat war in einer leichten, mit Kumin verfeinerten Tomatensauce eingekocht, die schon allein auf der Duftebene ein Glücksversprechen lieferte.

Wenn sich die so häufige, in spanischen Gerichten zu findende arabische Fußnote beim Spinat in Spuren wiederfand, zeigte sie sich der kulinarische Niederschlag bei der Kichererbsen-Mandel-Rosinen-Kombination in voller Klarheit. Diese Komposition aus Hülsenfrucht, Nüssen und süß oder sauren Weinbeeren kennt und liebt man sonst vor allem aus dem Orient. Herrlich! 

Wir waren nun satt und glücklich. Und als wir gerade nach der Rechnung fragen wollten, kam der Inhaber uns mit einer frischen, unwiderstehlich duftenden Fuhre Natas entgegen. So viel Platz war dann natürlich auch noch da.

 Fazit

„CHARMANTES BISTRO MIT FABELHAFTEN TAPAS“