Im Jahr 2007 hielt Steve Jobs die wohl wichtigste Keynote seiner Karriere. Erstmals wurde einer Welt, die bis dato nur einfache Mobiltelefone kannte, mit dem Iphone eine technologische Revolution vorgestellt, die das Zeitalter der Smartphones einläuten sollte.

Das Publikum bestand zwar aus allerlei Technikexperten, während der Keynote wirkten sie jedoch wie Kinder, die jeden Satz von Jobs so feierten, als würde ein Eismann alle seine Sorten aufzählen. Was folgte, ist die uns allen bekannte Geschichte eines jahrzentelangen Hypes um Apple.

 

Diese großspurige Tateinheit von Ankündigung und Erfüllung erlebt man selten, um nicht zu sagen nie.

Was sich jedoch jüngst beim us-amerikanischen Unternehmen Beyond Meat abspielt, lässt für mich nur noch Vergleiche mit dem Iphone-Erfolg zu.

Was war passiert? Am 29. Mai hat Lidl ihr Hauptprodukt, den Beyond Burger, als begrenzte Aktionsware ins Sortiment aufgenommen. Binnen weniger Stunden waren diese in nahezu allen 3.200 Filialen ausverkauft. Ein Filialleiter aus München erklärte, dass er nur 20 Packungen erhalten habe – ohne Probleme jedoch über 500 Stück hätte verkaufen können.

 

Der Absatzerfolg geht hier jedoch weit über die Hysterie hinaus.

Denn ebenso wie Apple schafft Beyond Meat es nach den USA nun auch in Deutschland, sich nicht nur erfolgreich an der Spitze des Marktes zu etablieren. Vielmehr sind sie es, die selbst den Markt kreieren.

Wo Fleischersatzangebote bisher eher selten der Erwartung gerecht wurden, geschmacklich, haptisch oder hinsichtlich des Proteingehalts klassisches Fleisch ersetzen zu können, steht nun Beyond Meat mit ihren auf Erbsenproteinen entwickelten Burgern da, die nicht nur die ohnehin offene Vegan-Szene ansprechen, sondern auch skeptische Fleischliebhaber. Und dadurch die große Masse.

Ist der Beyond Burger also das Iphone des Fleischersatzmarktes? Zumindest, was die vollmundigen Versprechen angeht, scheint das us-amerikanische Unternehmen sich Apples episch unbescheidenen Bewerbungen als Vorbild zu nehmen.

Vom Slogan „The future of protein“ über den Spruch, dass ihre veganen Burger sogar bluten, bis hin zum pathetischen Markennamen: Beyond Meat kommuniziert so, wie es sich begreift – sexy, zukunftsgewandt und außerhalb jeder Konkurrenz.

Wen wundert’s da, dass die allseits gelegten Marketing-Köder überall hungrige Mäuler auf den Plan riefen. Wo geklotzt wird, muss bekanntlich auch probiert werden – und so bin auch ich jüngst zu Metro gefahren, um mein fleischloses Glück zu suchen. Um es kurz zu machen: ich hab es gefunden.